Die National EPS-202 Shibata-Nadeln, sowohl die gebondete Version als auch die nackte (nude) Variante, bieten der Klangverkostung auf 2 unterschiedlichen Anlagen sehr interessante Unterschiede in Klangcharakteristik und Anwendungsmöglichkeiten. Es wird schnell klar, dass beide Versionen ihre eigenen Stärken haben, die je nach Anlagenausstattung, Hörraum und Musikgenre die Hörerfahrung erheblich beeinflussen können.
Allgemeiner Eindruck:
Beide Nadeln – die gebondete und die nackte (nude) – überzeugen durch hervorragende Klangqualität und Detailtreue. Ein gemeinsames Merkmal ist die außergewöhnliche Stereo-Basisbreite und räumliche Abbildung, die bei beiden Versionen exzellent ausfällt. Diese Eigenschaften sorgen dafür, dass man die Musik nicht nur hört, sondern beinahe visuell im Raum wahrnimmt. Dies ist besonders für Audiophile von Interesse, die Wert auf eine präzise und weitreichende Stereophonie legen.
Klangunterschiede: Gebondete vs. nacktem Diamanten
Gebondeter Diamant:
Die gebondete Version der EPS-202 Shibata fällt insgesamt harmonischer aus. Sie hat eine sanftere und ausgewogenere Klangbalance, die den gesamten Frequenzbereich sehr gut integriert. Für Hörer, die eine wärmere und entspannendere Klangcharakteristik bevorzugen, besonders in den Höhen und Mitten, ist diese Version besonders geeignet. Sie bietet einen eher zurückhaltenden Klang, ohne in den oberen Höhen unangenehm aufzufallen.
Die gebondete Nadel eignet sich vor allem für Setups, die bereits eher hell abgestimmt sind oder wenn man viel Klassik oder Jazz hört. Diese Musikrichtungen profitieren von der etwas weicheren, aber dennoch präzisen Wiedergabe, da sie bei dieser Nadel eine besonders schöne, harmonische Klangfarbe entfaltet. Die sanften Übergänge zwischen den Instrumenten und die angenehme Räumlichkeit sind ein Genuss, vor allem bei komplexen Orgelpassagen oder bei den oft subtilen Dynamiken im Jazz.
Nackter Diamant:
Die nackte Version der Shibata-Nadel liefert im Vergleich dazu ein lebendigeres, detaillierteres Klangbild. Sie spielt heller und präziser in den oberen Frequenzen, was für eine sehr lebendige Wiedergabe sorgt. Instrumente wie Violinen oder Hochton-Signale in der Rock- oder Popmusik profitieren von der außergewöhnlichen Klarheit und Detailtreue, die diese Nadel bietet.
Diese Version könnte bei hell abgestimmten Anlagen oder in ungedämpften, halligen Räumen zu einer gewissen Helligkeit neigen, die für den einen oder anderen möglicherweise zu viel des Guten wird. Daher ist es ratsam, bei der nackten Nadel auf ein ausgewogenes System zu achten, um den hohen Frequenzen nicht zu viel Raum zu geben. Sie könnte in Musikrichtungen wie Progressive Rock, Elektronische Musik oder sogar Pop auf Anlagen, die auf Dynamik und Präzision ausgerichtet sind, hervorragend wirken.
Für welche Musikgenres eignet sich welche Version?
- Klassik & Jazz:
- Die gebondete Nadel ist ideal, wenn du viel Klassik oder Jazz hörst. Ihr harmonischer Klang sorgt für eine tiefere, wärmere Wiedergabe, die in diesen Genres besonders gut zur Geltung kommt. Sie liefert einen runden, naturgetreuen Klang ohne scharfe Höhen und bietet somit eine angenehm entspannte Hörerfahrung.
- Rock & Pop:
- Die nackte Nadel kann hier ihre Stärken ausspielen, besonders bei Genres, die von einer präzisen und lebendigen Klangwiedergabe profitieren. Musikrichtungen wie Rock, Pop oder sogar Elektronische Musik kommen durch die erhöhte Detailtreue und lebendigeren Höhen hervorragend zur Geltung. Die stärkere Betonung der hohen Frequenzen sorgt für eine klare, dynamische Darstellung, besonders bei komplexeren Arrangements.
- Elektronische Musik & Progressive Rock:
- Für elektronisch geprägte Musik oder komplexe Arrangements, wie sie im Progressive Rock vorkommen, eignet sich die nackte Nadel besonders gut. Diese Genres leben von einer klaren und detaillierten Trennung der Instrumente, und hier zeigt die nackte Nadel, was sie kann: Sie offenbart jede Nuance und lässt die Musik schön räumlich wirken.
- Pop & Rock mit viel Höhen:
- Wenn du viel Pop oder Rock mit viel Hochtönen hörst, könnte die nackte Nadel auf einem hell abgestimmten System zu viel des Guten sein. Sie ist möglicherweise nicht die beste Wahl für Systeme, die ohnehin schon viele Höhen betonen. In einem soliden, ausgewogenen Setup ohne zu starke Höhenbetonung wird sie jedoch besonders bei gut produzierten Aufnahmen ihre Vorteile ausspielen.
Fazit:
- Die gebondete Nadel ist die bevorzugte Wahl für alle, die eine harmonische, entspannte Klangwiedergabe suchen, besonders bei Klassik, Jazz oder für insgesamt warmer abgestimmte Systeme.
- Die nackte Nadel punktet mit einer lebendigeren, detaillierteren und etwas helleren Wiedergabe, die vor allem bei Rock, Pop, elektronischer Musik und für Systeme, die nach mehr Dynamik und Präzision verlangen, hervorragend funktioniert.
Beide Nadeln bieten eine außergewöhnliche Klangqualität, die die Stereo-Abbildung und das Raumgefühl auf ein hohes Niveau hebt, aber der persönliche Hörgeschmack und die spezifische Audio-Anlage sollten bei der Auswahl der richtigen Version im Vordergrund stehen.
Setup vom 7.04. 2025:
Thorens TD 124 mit SME 3009, VTL D Luxe, SINO VT auf KLIPSCH Belle K-457
Setup vom 10.04. 2025:
Thorens TD 126 MK III mit SME 3009 Series II, AVM V 30 mit XLR an aktive Dynaudio BM 5 MK III

