PE7000

Die Wiedergabe von Monoschallplatten

Es scheint, als sei das Hören von Mono-Platten wieder im Trend. Eine Vielzahl von „Mono-Tonabnehmern“ und speziellen Phono-Vorverstärker sind nun wieder erhältlich. Doch stellt sich für Musikliebhaber die Frage, ob sie wirklich notwendig sind und, wenn ja, was sie eigentlich bringen. Wie gut klingt eine alte Mono-Platte überhaupt?

Zu Beginn steht der Wunsch, ein bestimmtes Musikstück zu hören. Wenn Vinyl das bevorzugte Medium ist und die Aufnahme alt genug ist, kann es sich um eine Mono-Platte handeln. Oftmals findet man Mono-Pressungen von älteren Stereoaufnahmen, die parallel zu den Stereokopien erhältlich waren. Das hat unter anderem damit zu tun, dass echte Mono-Tonabnehmer, die nur horizontale Bewegungen der Nadel zulassen, eine Stereo-LP beim Abspielen sofort zerstören würden!

Mono-Aufnahmen bis etwa 1960 gibt es auch als sogenannte elektronische Stereo-Editionen („Breitklang“ etc., z.B. auf Decca „Eclipse“ oder DGG „Heliodor“), die eine Art Pseudo-Stereophonie darstellen und für heutige Hörgewohnheiten oft nicht sehr gut klingen. Verschiedene Frequenzen (d.h. Tonhöhen) wurden auf den beiden Stereokanälen unterschiedlich abgemischt. In einem solchen Fall kann es ratsam sein, nach einer echten Mono-LP der Aufnahme zu suchen.

Es gibt auch noch Mono-LPs von Stereoaufnahmen (bis ca. 1970, je nach Land und Plattenproduzent). Wenn die Stereo-Ausgabe nur selten verfügbar ist oder die Aufnahme beispielsweise nur auf Tonband in Stereo veröffentlicht wurde, dann kommt man oft nicht um die Mono-LP herum.

Doch wie erkennt man Mono-Platten? Ganz einfach: Es steht nicht „Stereo“ darauf! Das STEREO-Symbol oder der Schriftzug war damals so begehrt, dass er auf allen Schallplatten sowohl auf dem Innenlabel als auch auf der Außenhülle deutlich sichtbar war.

 

Und wie klingt Mono?

Grundsätzlich bedeutet Monophonie, dass nur ein Kanal übertragen wird. Bei der Wiedergabe über eine Stereoanlage bedeutet dies, dass die Musik aus der Mitte der beiden Lautsprecher kommt oder zumindest kommen sollte. Abgesehen von der fehlenden räumlichen Weite kann die Qualität der Wiedergabe auf ein Niveau gebracht werden, das es beim Musikgenuss möglich macht, die Übertragung durch eine Musikanlage zu vergessen. Bei hochwertigen Mono-Ketten wird wie bei der Stereowiedergabe ein gewisser Raumklang des Aufnahmeraums als Nachhall dargestellt, der in Verbindung mit der Tiefenstaffelung einen befriedigenden räumlichen Eindruck vermitteln kann.

Aufgrund des begrenzten Klangraums ist die Tiefenstaffelung das zentrale Element bei Monoaufnahmen. Dadurch stehen Solisten oft deutlicher im Vordergrund im Vergleich zur Begleitung oder dem Orchester, im Gegensatz zur Stereoaufnahme. Da die Klangquellen bei der Monowiedergabe räumlich enger beieinanderliegen, kommt es zu einer Vermischung der Obertöne und Maskierung von Klängen und Verzerrungen, was zu einer spezifischen monophonen Klangcharakteristik führt. Perfekt wiedergegebene Mono-Schallplatten haben neben der begrenzten Räumlichkeit auch einen anderen Klang als ihre Stereo-Pendants.

Mono-Wiedergabe über eine Stereoanlage hat in der Tat Vorteile. Wenn man einen einzelnen Lautsprecher verwendet, kann es zu unerwünschten Raummoden kommen, wenn die Wellen von einer Wand zur anderen reflektieren und sich verstärken oder auslöschen. Durch die Verwendung von zwei Lautsprechern kann das akustische Signal besser verteilt werden, wodurch die Raummoden reduziert werden können. Der virtuelle Mono-Lautsprecher in der Mitte, der durch die korrekte Platzierung der Lautsprecher erzeugt wird, kann auch dazu beitragen, dass das Klangbild stabiler wird und eine höhere Klarheit aufweist. Es ist daher nicht unbedingt erforderlich, ein separates Mono-System zu verwenden, da die Stereoanlage bereits in der Lage ist, eine gute Mono-Wiedergabe zu liefern. Die Verwendung von zwei Lautsprechern für Mono-Wiedergabe ist eher ein Konzept der Audiophilen, die der Meinung sind, dass es einen besseren Klang erzeugt.

Echte Mono Tonabnehmer oder lieber Quasimono?

Auf Stereoplatten sind in jeder Rillenflanke um neunzig Grad versetzte Stereokanäle enthalten, welche durch eine Kombination aus seitlichem und tiefem Schriftzug (links/rechts/oben/unten) abgetastet werden. Im Gegensatz dazu enthält eine Mono-Schallplatte nur einen Kanal, der ausschließlich durch seitlichen Schriftzug, also die Links-/Rechtsauslenkung der Nadel, kodiert wird. Somit ist die Mono-Rille eine Push-Pull-Anordnung. Ähnlich wie symmetrische Verstärkerabschnitte und Signalanschlüsse ein Signal vor Störungen schützen, können echte Mono-Tonabnehmer auch abgenutzte Mono-Schallplatten mit geringerem Nebengeräusch abspielen als eine Stereoanlage. Bei Mono-Schallplatten äußert sich der Verschleiß eher in einem diffusen Qualitätsverlust über das gesamte Frequenzspektrum, während bei abgenutzten Stereo-Schallplatten vor allem im Hochtonbereich Probleme auftreten.

Echte Mono-Tonabnehmer können mechanisch nur die horizontalen Informationen einer Schallplatte abtasten und sind daher nicht geeignet, Stereo-Schallplatten abzuspielen, da sie dabei beschädigt werden könnten. Die Rillen auf monophonen Schallplatten vor der Einführung der Mikrorille im Jahr 1948 bis etwa 1970 sind breiter als die Stereorillen, daher hat der Diamant des Mono-Tonabnehmers einen Krümmungsradius von 25 µm, während die Stereo-Version nur einen Krümmungsradius von 12 bis 18 µm hat. Dies bedeutet, dass ein Stereosystem tiefer in die Monorille hineinläuft und auch mehr Störgeräusche aufgrund seiner Fähigkeit, tiefere Informationen abzutasten, aufnimmt. Auf einer Mono-Schallplatte gibt es keine vertikalen Informationen. Echte Mono-Tonabnehmer können wellige Schallplatten nicht gut abtasten, da sie keine Informationen in der vertikalen Ebene erfassen können. Dies liegt auch an der oft höheren Pressung und Flachheit der Schallplatten der 50er Jahre.

Es gibt viele falsch konstruierte Hybrid-Tonabnehmer, die zwischen Mono- und Stereosystemen liegen, wie zum Beispiel solche mit einer zu kleinen 17µm-Nadel, Stereosystemen mit nur einem elektrischen Kanal und einer 25µm-Nadel oder andere unsinnige Kombinationen. Häufig ist aus den Beschreibungen der Hersteller/Händler nicht ersichtlich, um welchen Typ es sich eigentlich handelt. Einige klassische Systeme, die schon lange auf dem Markt sind, haben monoisierte Stereotonabnehmer, die ohne größere Einstellarbeiten am Tonarm ausgetauscht werden können. Echte Mono-Systeme haben einen völlig anderen Aufbau und können Stereo-Schallplatten mechanisch beschädigen. Daher benötigen sie zumindest einen eigenen Tonarm, wenn nicht ausschließlich Mono-Schallplatten abgespielt werden sollen.

Zusammenfassend kann gesagt werden: Ein echter Mono-Tonabnehmer für Mikrorillen (=M33/45) hat nur einen Kanal, tastet nur horizontal ab (=Seitenschrift) und hat eine kreisrunde Nadel (=Kugel) mit einem Rundungsradius von 25µm.


LAZARUS
Das Abtast-System PE 7000

Das Tonabnehmersystem ist ein Wendesystem mit einer Normalnadel N78 für Schellackplatten und einer Mikrorillen-Nadel M33/45 für Mono-LPs und Singles. Es handelt sich um einen echten dynamischen Tonabnehmer, auch bekannt als Schnellewandler, der im Gegensatz zu den zeitgenössischen Piezosystemen (keramisch oder kristallin) einen innenliegenden Magneten und ein bewegtes Eisenplättchen verwendet.

Der Tonabnehmer ist ein Moving-Iron-System, nicht zu verwechseln mit Moving-Magnet-Systemen, bei denen sich der Magnet bewegt. Die elektrischen Eigenschaften von MI und MM sind jedoch absolut vergleichbar. In beiden Fällen muss im Vorverstärker eine Entzerrung eingeschaltet werden, die dem Plattenmedium entspricht (z. B. CCIR, AES, LP, RIAA usw.), genauso wie bei modernen MMs und MIs. Im Gegensatz dazu benötigen Piezosysteme keine Entzerrung, da sie Amplitudenwandler sind.

Früher wurde auf die Schneid-Folien der Mikrorillen-Plattenschneidemaschinen qualitativ hochwertigeres Material aufgebracht als die damals besten Kristallsysteme wiedergeben konnten. Mit den neuen Magnetsystemen änderte sich das jedoch: Schellackplatten konnten nur einen Frequenzbereich von etwa 80 bis maximal 7.000 Hz verarbeiten, während die damals neuen Vinyl-Mono-LPs (ab 1949) einen Bereich von etwa 40 bis 18 kHz hatten.

1956 konnte das System von N auf M umgeschaltet werden. N stand für Normal (78 U/min) und M stand für Microgroove-Vinyl-Mono-LPs (33 1/3 U/min). Die Umschaltung erfolgte durch Drehen des Umschaltknopfes an der Stirnseite des Tonarms um 180 Grad. Es empfiehlt sich, den Umschalter bei Stillstand des Geräts in die mittlere Stellung zu bringen, um die beiden Saphire zu schützen.

Einfacher Austausch des Tonabnehmersystems
Das Tonabnehmersystem lässt sich dank des federnden Befestigungsbügels leicht ohne Werkzeug aus dem Tonkopf herausnehmen. Ziehen Sie dazu einfach den Systemkörper am Umschaltknopf nach vorne und nehmen ihn nach unten aus dem Haltebügel. Beim Einsetzen des Systems setzen Sie den Systemkörper schräg nach hinten ein, so dass die hintere Systemachse in die Bohrung im Lagerplättchen zu liegen kommt. Durch leichten Druck auf den Umschaltknopf in Richtung des Längsschlitzes rastet das System ein.

Einbau des Systems im Tonkopf
Das System kann in jeden Tonarm mit 1/2″ Standard-Abmessung eingebaut werden. Zum Einbau entfernen Sie den Systemkörper aus dem Befestigungsbügel und befestigen diesen mit den beiden Schrauben im Tonkopf. Die beiden Lötösen am Befestigungsbügel werden dann durch die beiden Verbindungslitzen mit den Kontakthülsen verbunden. Nach dem Einbau des Systems prüfen Sie das Tonarm-Auflagegewicht mittels einer kleinen Federwaage. Sofern vom Hersteller des Plattenspielers keine anderen Angaben gemacht werden, stellen Sie das Tonarmauflagegewicht auf 8-10 g ein.

Austausch der Anker
Der Anker des Tonabnehmersystems lässt sich einfach mit dem Fingernagel aus dem Systemkörper herausnehmen und durch einen neuen Anker ersetzen. Achten Sie darauf, dass bei diesem Vorgang der Nadelträger nach vorne zeigt und nicht berührt wird. Üben Sie den Druck nur auf die roten oder grünen Kunststofflächen aus. Eine nachträgliche Justierung ist nicht erforderlich.

Bitte beachten Sie, dass der Saphir des Tonabnehmersystems einer natürlichen Abnutzung unterliegt und durch unsachgemäße Behandlung sowie durch das Abspielen alter Schallplatten vorzeitig abgenutzt wird.

Technische Daten

  • Prinzip: Vierpolmagnetsystem
  • Halterung: passend für USA Norm- Tonarmkopf
  • Umschaltung N—M: durch axiales Verdrehen des Systems um 180° mittels Knebelknopf am Kopf des Systems
  • Gewicht der Kapsel: 25g
  • Tonarmmindestauflagegewicht: 4g
  • Abtastnadelrundung: 55-60µ für 78 U/min | 23-27µ für 45 und 33 1/3 U/min
  • Rückstellkraft: 3g/100µ
  • Frequenzbereich: 20Hz – 30kHz -3db
  • Gleichstromwiderstand: 1500 0hm
  • Induktivität: 350 mHy
  • Scheinwiderstand bei 1000 Hz: 3500 0hm
  • Ausgangsspannung: Normal 6 mV/cm sec -l | Mikro …. 8 mV/cm sec -1
  • Günstigster Abschlusswiderstand: 100 kOhm parallel 500 pF

Für Vollaussteuerung der Schallplatte bei 1000 Hz beträgt die Schnelle:

  • 33 1/3 U/min ca. 11 cm/sec d. h. 88 mV
  • 45 U/min ca. 11 cm/sec d. h. 88 mV
  • 78 U/min ca. 16 cm/sec d. h. 95 mV
  • Notwendige Baßentzerrung nach DIN 4533
  • CCIR Schneidkennlinie: U 100 Hz 13 db = 1 :4,5 | U 1000 Hz : U 50 Hz 17 db – 1 :7

Bemerkenswerte Einzelheiten

Das Duplo-Magnetsystem PE 7000 zeichnet sich durch einige bemerkenswerte Einzelheiten aus. Es hat die höchste Ausgangsspannung aller Duplo-Magnetsysteme, was eine einfache und kostengünstige Entzerrung und Verstärkung ermöglicht. Beim Abspielen von Normalspielplatten und Langspielplatten ist die abgegebene Nutzspannung des Mikro- und Normalsaphirs gleich, was Übersteuerung der Entzerrungsverstärker verhindert und eine konstante Lautstärkepegel ermöglicht.

Das geschlossene Magnetfeld des Systems verhindert jeglichen magnetischen Zug, auch bei einem Eisenplattenteller. Das Tonarmauflagegewicht wird dadurch nicht verändert. Der magnetische Luftspalt ist vollständig gekapselt, wodurch sich im Betrieb weder Eisenspäne noch Staubteilchen absetzen können. Durch die exakte magnetische Symmetrie des Systems können geringe Rückstellkräfte verwendet werden, was eine verzerrungsfreie Tonabtastung bis zu einem Mindest-Tonarmauflagegewicht von 4g ermöglicht.

Die physikalisch bedingte Resonanz am oberen Übertragungsbereich durch die Elastizität der Schallrillen und die Masse des schwingenden Ankers ist durch die geringen reduzierten schwingenden Massen höher als selbst bei bekannten dynamischen Studio-Tonabnehmersystemen. Diese Resonanz liegt jedoch so hoch, dass sie oberhalb der auf der Schallplatte aufgezeichneten Musikfrequenzen liegt und somit nicht hörbar ist. Es ist daher nicht notwendig, diese künstlich zu dämpfen. Zusätzliches Dämpfungsmaterial würde die dynamische Rückstellkraft bei höheren Frequenzen erhöhen und die Beanspruchung und Abnutzung der Schallrillen erhöhen, was die Aufzeichnung der hohen Frequenzanteile der Musik, die maßgeblich zur Klangqualität beitragen, schnell zerstören würde.

Wiedererweckung von NOS-Ankern/Nadeleinschüben für das PE-7000 [ LAZARUS ]

PE 7000 | 33/45 mono Diamant

PE 7000 | 78 Schellack


Der Markt für Abtastnadeln N78 (Saphir grün) und M33/45 (Saphir oder Diamant rot) bietet heutzutage leider wenig Brauchbares. Die meisten Exemplare, die man noch irgendwo bekommen kann, sind aufgrund des Zustands des Dämpfungsgummis nicht mehr zu gebrauchen. Bei allen gefundenen Exemplaren war der Gummi komplett verhärtet, versprödet und aufgequollen, was die Bewegung des Nadelträgers behindert oder blockiert und keinerlei Dämpfung bzw. Rückstellkräfte bietet. Obwohl alle Komponenten bis auf den Gummi völlig in Ordnung sind, ist der Anker bzw. Nadeleinschub nicht mehr zu verwenden. Wie kann man diesen Zustand beheben? Nach längerem Betrachten kam nur eine Zerlegung des Nadelträgers in Frage. Dazu muss der kleine Arretierungs-Querstift herausgedrückt und abgezogen werden. Dann kann der Nadelträger samt Längsachse und Eisenplättchen nach unten bewegt werden. Mit mehr Luft und Spiel kann das alte Gummi nun mit geeignetem Lösungsmittel vorsichtig herausgeputzt werden. Wenn die Einheit gesäubert ist, geht es an den wichtigsten Teil der Operation: das Einbringen eines neuen Gummis. Nach längerer Testphase hat sich eine Druckeinbringung mittels medizinischer Spritze und passendem Schlauchaufsatz sehr gut bewährt. Danach muss der Nadelträger penibelst horizontal mittig ausgerichtet und in Ruhe belassen werden, bis das Gummi ausgehärtet ist. Anschließend folgt der Wiedereinbau des kleinen Querstiftes und die Justage des lateralen Winkels (= VTA) der Abtastnadel sowie ein Hör- und Abtasttest.

Durch das Lazarus-Prinzip können wiedererweckte Nadeleinschübe heute wieder erhältlich sein und erstaunen mit hervorragender Mono-Wiedergabe auf dem legendären Perpetuum-Ebner PE-7000.